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    Halloween Geschichten

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    Master Hoplit
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    Halloween Geschichten

    Beitrag  Master Hoplit am So Okt 31, 2010 12:11 pm


    Hallo, da wir jetzt die Halloween Zeit haben, könnt ihr hier euch Halloween Geschichten (Gruselgeschichten) erzählen. Ich bin gespannt.
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    Master Hoplit
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    Re: Halloween Geschichten

    Beitrag  Master Hoplit am So Okt 31, 2010 12:19 pm

    Vor zwei Wochen war Lucys Mutter gestorben. Die Todesursache war noch nicht geklärt, man hatte sie tot am Waldrand gefunden, von Schrammen und Stichen übersät. Man vermutete, sie sei von einem Bären angegriffen
    worden. Das war in der Gegend nichts Besonderes. Lucy war noch lange nicht darüber hinweg. Außerdem waren gerade Ferien und sie hatte keinerlei Ablenkung. Ihr Vater Thomas kümmerte sich rührend um sie und stellte seine eigene Trauer in den Hintergrund. Jeden Morgen frühstückten sie gemeinsam in der Küche und unterhielten sich über alles Mögliche, solange es nicht um ihre Mutter ging.
    So war es auch am Sonntag. Die Sonne schien auf die Küchenplatte, an der Thomas gerade Toasts mit Marmelade bestrich. "Hey, Dad", gähnte Lucy und setzte sich an den Tisch. "Hey, alles klar?", fragte ihr Vater und lächelte sie an, so gut es ging. Lucy zuckte nur mit den Achseln und schüttete sich Milch in ein Glas. Nachdem sie sich über das Wetter augelassen hatten und über die Fahrt nach Sylt, die bald stattfand, unterhalten hatten klingelte es unerwartet an der Tür. "Ich geh schon", sagte Lucy und öffnete die Tür. Doch niemand war da, es stand nur ein großes Paket auf der Fußmatte. Lucy hob es unter Ächzen hoch und schleifte es in die Küche. "Wer war da? Der Postbote?", fragte Thomas. "Keine Ahnung. Da stand nur das Paket. Guck mal, es ist für mich", Lucy deutete auf einen Aufkleber an der Seite. "Für Lucy" stand darauf. Aber nirgends war ein Absender verzeichnet. "Ist bestimmt ein Brief dabei", murmelte Lucy und öffnete das Paket. Eine hölzerne Puppe grinste sie aus einem rot bemalten Mund an. "Eine Bauchrednerpuppe! Vermutlich von Tante Margaret!", sagte Thomas begeistert. Lucy fand das Geschenk nicht so toll. Aber sie brauchte sich auch bei niemandem zu beschweren, denn es war kein Brief enthalten.
    "Wer das wohl geschickt hat?", fragte Lucy sich den ganzen Abend. Da ihr das Grinsen der Puppe nicht sehr geheurer war, stellte sie den Holzkopf unter der Treppe ab. Dann ging sie schlafen. Doch in der Nacht plagte sie ein fürchterlicher Traum...

    >>Eine Stimme sagte in einem gruseligen Ton zu ihr: "Lucy, ich stehe unten an der Treppe! Lucy, ich komme rauf zu dir! Lucy, ich stehe vor deiner Tür! Ich komme jetzt rein! Lucy, ich stehe vor deinem Bett! Lucy, ich...erwürge dich!!!"<<

    Vom Schrecken gepackt fuhr Lucy hoch. Nur ein Alptraum! Der Tod ihrer Mutter machte ihr wohl doch sehr zu schaffen. Gerade wollte sie beruhigt aufstehen, als sie etwas an ihrem Bettende entdeckte... die Puppe! Sie grinste Lucy unschuldig an. Der blieb fast das Herz stehen. Aber sie redete sich ein, schlafgewandelt zu sein. Ihrem Vater erzählte sie lieber nichts, sonst würden sie womöglich nicht nach Sylt fahren. Am Abend packte Lucy die Puppe erneut unter die Treppe, diesmal schloss sie sie aber in den Schrank ein. Sie würde ja wohl kaum den Schlüssel umdrehen und die Puppe aus dem Schrank holen. Doch in der Nacht träumte sie wieder diesen furchtbaren Traum...

    >>Wieder sagte die Stimme: "Lucy, ich stehe unten an der Treppe! Lucy, ich komme rauf zu dir! Lucy, ich stehe vor deiner Tür! Ich komme jetzt rein! Lucy, ich stehe vor deinem Bett! Lucy, ich...ersteche dich!"<<

    Wieder fuhr Lucy hoch; wieder saß die Puppe an ihrem Bettende! Und diesmal lag ein Messer direkt neben ihr! Lucy schrie so laut, dass ihr Vater ins Zimmer kam, um sie zu beruhigen. Lucy vergrub den Kopf in seinen Armen und weinte. "Was ist los, Schatz?", fragte er. "Die Puppe! Sie...sie..." Doch als Lucy unter seinen Armen hervorlugte, saß die Puppe friedlich da, ohne Messer. Hatte sie sich alles nur eingebildet? "Nichts. Nur ein Alptraum", sagte sie schnell zu ihrem Vater. "Okay. Kommst du dann runter?" Und er verließ das Zimmer.
    An diesem Abend konnte Lucy überhaupt nicht einschlafen. Deshalb holte sie die Puppe und warf sie nach draußen in die Mülltonne. Aber ihr war trotzdem nicht viel wohler. Die Bettdecke schien sie zu erdrücken. Deshalb öffnete sie das Fenster. Konnte die Puppe aus Mülltonnen kriechen? Als Lucy über dieser Frage doch einschlief, begann wieder ein Traum...

    >>Wieder die Puppe, die zu ihr sprach: "Oh, oh Lucy, du hast ja das Fenster offen gelassen! Da konnte ich ja reinkommen! Jetzt habe ich mein Messer wieder, und weißt du, was ich tun werde? Ich ersteche deinen Vater, genau wie deine Mutter mein Opfer wurde! Und mit kehligem Lachen verschwand die Puppe aus dem Zimmer.<<

    Lucy fuhr dieses Mal so ruckartig hoch, dass sie sich den Nacken verdrehte. Sie musste zu ihrem Vater! Hastig stürmte sie los. Doch auf dem Bett fand sie nicht ihren Vater, zumindest nicht im Ganzen. Er lag zerstückelt da... Lucy würgte. Da schloss sich plötzlich die Tür vom Schlafzimmer und die Puppe drehte den Schlüssel im Schloss. Kein Ausweg. Und dies war kein Traum, sondern Realität! Die Puppe kam auf sie zu. "Die Mörderpuppe ist wieder da! Und du bist jetzt auch dran!!!", lachte sie höhnisch.
    Lucy trat zurück und dachte an den Film "Chucky, die Mörderpuppe". Sie hatte ihn immer sehr gruselig gefunden und nun erlebte sie ihn mit! "Tja, ich bin ein entfernter Verwandter von Chucky, wie du wohl schon glaubst. Aber er ist lieber ins Filmgeschäft gegangen, daher muss ich alles erledigen!" Wieder lachte die Mörderpuppe und nun hob sie das Messer. "Stirb!" Und sie lief auf Lucy zu und stach ihr mitten ins Herz. Um das Mädchen herum wurde es schwarz...
    Rund um den Ort herum gab es noch mehr ungelöste Todesfälle. Und man wusste nur, dass den Opfern je ein Paket ohne Absender geschickt
    wurde...
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    Master Hoplit
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    Re: Halloween Geschichten

    Beitrag  Master Hoplit am So Okt 31, 2010 1:14 pm

    Der Wanderer

    Es war einmal ein Mann mit drei Söhnen, der im Wald wohnte. Eines Abends, es war schon dunkel, hörte der Mann ein Klopfen. Er ging zur Tür und öffnete sie. Vor der Tür stand ein Mann, der behauptete, er habe sich verlaufen und frage nach jemandem, der ihn aus dem Wald bringe. Der Mann schickte seinen Sohn, um den Wanderer aus dem Wald zu begleiten. Am nächsten Morgen ging der Mann seinen Sohn suchen, da er gestern nicht nach Hause kam. Er fand ihn aufgeschlitzt an einem Baum angelehnt. Am nächsten Abend kam der verirrte Wanderer wider und wieder ging ein Sohn des Mannes mit.
    Wieder kam er nicht nach Hause und wieder fand ihn der Vater aufgeschlitzt an einen Baum gelehnt. Am nächsten Abend kam der verirrte Wanderer wieder und fragte wieder nach jemandem, der ihn aus dem Wald führt. Dieses mal gab der Mann seinem einzigen Sohn, den er noch hatte, ein Gewehr mit, da er dachte, dass ein Bär seine Söhne aufgeschlitzt hatte. Am nächsten Morgen fand er seinen Sohn an einen Baum gelehnt und aufgeschlitzt.
    Dann kam der Wanderer wieder und er fragte wieder nach jemandem, der ihn aus dem Wald führe. Da sagte der Mann A..Aber...ich habe niemanden mehr der euch begleiten kann! Da sagte der Wanderer: Gut dann nehme ich halt dich!!!!!!!!!!
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    Beitrag  Meister Delok am So Okt 31, 2010 7:49 pm

    Sämtliche Glieder schienen gelähmt zu sein, die Taubheit war so intensiv, dass er nicht einmal diese noch spürte. Seine Hände ertasteten seine Kniescheiben, doch er konnte weder wahrnehmen, wie sich sein arm bewegte, noch wie seine Hände auf den Widerstand stießen, als er die Knie berührte. Wäre nicht dieses Brennen in seinem Kopf, dieser gebündelte Schmerz an seiner Schläfe, so wäre es die Abwesenheit sämtlichen Gefühls gewesen. Er war dankbar für das pochende brennen, welches alles war, was er hatte, damit er sich sicher sein konnte überhaupt noch am Leben zu sein.

    Wo er auch war, er wusste nicht, wie er hierher gekommen war. Überhaupt erschien ihm der Verlauf der letzten Stunden, wenn er jetzt darüber nachdachte, nicht bewusst zu sein. Waren es überhaupt Stunden oder mochte es sich gar um Tage oder mehr handeln, an die er keine Erinnerung hatte? So sehr er auch in seinen Gedanken versuchte danach zu greifen, die Erinnerungen an die vergangenen Ereignisse glitten ihm immer wieder aus den Fingern.

    In seiner Verzweiflung wünschte er sich beinahe den Gewitterartigen Bildersturm zurück, der ihn damals, nach überstandener Amnesie, überflutete und Stück für Stück neue Fetzen seiner Vergangenheit zum Vorschein brachte. Er kannte den Schmerz, den diese Flut an kurzen Abrissen von Erlebnissen verursachte: Migräneartiger Kopfschmerz, der einem das Gefühl gab, das Gehirn wolle sich bis zur Unendlichkeit ausdehnen und dabei nicht nur den Schädel sprengen, sondern das gesamte Universum mit sich nehmen. Für einen Moment wünschte er sich dieses Gefühl zurück, denn es hatte ihm damals seine Vergangenheit zurückgegeben und auch jetzt, hier liegend, ohne Gefühl, ohne Sehfähigkeit, auch hier konnte er eine gute Portion Vergangenheit gebrauchen. Er war sich zwar sicher, dass ihm dieses Mal keine Jahre seine Erinnerung fehlten, dies hier waren keine Tennisball großen Löcher in seinem Gedächtnis, doch es waren Löcher, klein, aber nicht ohne Folgen. Er befand sich in einem Zustand absoluter Unklarheit und absoluter Ohnmacht. Die Unklarheit, was passiert war, machte ihn noch ohnmächtiger, als es die Abwesenheit von jedem Gefühl, außer dem pulsierenden Schmerz der Platzwunde, je imstande gewesen wäre.

    Er versuchte die Lippen zu bewegen, doch sie gehorchten ihm nicht. Jeder Versuch auch nur den kleinsten Körperteil in Bewegung zu versetzen schien erfolglos. Seine Glieder gehorchten ihm zwar ohne Ausnahme, doch er konnte es nicht fühlen. Für ihn war es das gleiche, denn wenn man nicht merkt, dass der Körper reagiert, dass tut er es für das eigene Bewusstsein auch nicht. Empfindungen purzelnden durch seine Gedanken, doch keine Empfindungen in seinem Körper. Während die Emotionen in seinem psychischen Gefängnis wucherten wie Unkraut und alles mit einer dichten Schicht bedeckten, dass sie berührten, keimte in seiner physischen Welt kein einziger Samen. Lediglich seine Augen konnte er bewegen und nach und nach lichtete sich der Nebel allmählich. Aus dem dichten Grau wurde ein trüber, milchiger Schleier, der sich nach und nach in blasse Schatten auflöste. Schatten, die ihn anstarrten, aus Totenkopfähnlichen Fratzen mit einem grotesk verzerrten Grinsen. Erst nach einer endlos erscheinenden Weile von vier oder fünf Sekunden, begriff er, dass er wirklich nicht alleine war.

    Er benötigte mehr als nur einen Augenblick, um zu bemerken, dass von der Person, die er sich gegenüber erblickte, keine Gefahr ausging. Die meiste Zeit der Erkennungsphase brachte er damit zu, den Schock aus seinen Gliedern zu verdrängen. Ein schock, der sich in seine Knochen gefressen hatte, als ihm bewusst geworden war, dass er nicht das einzige Wesen an diesem Ort war. Doch nachdem er die ersten ruhigeren Atemzüge in seine Lungen gepresst hatte, konnte er sein Gegenüber unbefangen betrachten. Die Person war tot.

    Die Gestalt war kaum noch als Person zu bezeichnen, denn die Verwesung war stark fortgeschritten. Ihr Grinsen, welches er in seinem erwachen aus der Blindheit als Totenkopfgrinsen empfunden hatte, war tatsächlich jenes morbide lächeln, dass ein menschlicher Schädel präsentierte, wenn der gesamte Mund nur noch aus Knochen und Zähnen bestand. Die Leiche war kaum noch mit Haut oder Fleisch bedeckt und er fühlte sich an alte Piratenfilme erinnert, bei denen in den Schatzhöhlen der Freibeuter stets dieses markante Skelett vorzufinden war: Abgewetzte Klamotten, eine abstrakte Verrenkung der Beine, mehrere deutlich sichtbare Knochenbrüche. Dieses Klischee erfüllte sich vollends und schien in dem toten Körper, den er anstarrte, ein Ventil gefunden zu haben, um sich aus dem reich der Filme in die wirkliche Welt flüchten.

    Er war so sehr damit beschäftigt den Anblick, der sich ihm bot, zu verarbeiten, dass er erst gar nicht bemerkte, wie nach der Sehkraft auch andere Sinne den Weg zurück in seinen Körper fanden. Erst als der Geruch des Verfaulens so stark in seine Nase stach, dass er einen akuten Brechreiz spürte, merkte er, dass er nur wenige Minuten zuvor noch überhaupt nichts riechen konnte. Die Freude darüber, dass seine Nase in dieser Situation wieder zu alten Können fand, hielt sich in Grenzen, doch es gab ihm den Anstoss, sich selbst zu motivieren und zu aufzustehen. Er war gespannt, wie sein restlicher Körper reagieren würde.

    Nach einigem Tasten an der Wand fand er etwas halt und zog sich in die Höhe. Der Schmerz in seinem rechten Bein drang erst zu ihm durch, als es unter einem Gänsehaut erregenden Knacken nachgab und der Knochen durchbrach. Schlagartig bekam sein Körper Schlagseite und er drohte gerade noch taumelnd gegen die Wand zu fallen. Seine Finger fanden gerade noch den rettenden Kontakt zur felsigen Mauer um den Sturz zu verhindern. Dennoch sackte er weg und liess sich langsam zu Boden sinken.

    So schlagartig der Schmerz auch kam, er war furchterrend intensiv und trieb ihm die tränen in die Augen. Seine Hände umklammerten seinen Unterschenkel und er konnte die Bruchstelle ohne Probleme fühlen. Die Unebenheit an seinem Bein verhiess nichts Gutes und in war ihrem Ausmass fast schon grotesk. Grob hatte er die Kontrolle über seine Glieder zurückerlangt, doch seine Feinfühligkeit liess noch zu wünschen übrig. Er hatte nicht spüren können, wie seine Hände langsam vom Blut getränkt worden waren. Erst als er seine Linke erhob, um sich den Schweiss von der Stirn zu wischen, die rechte Hand immer noch an der Bruchstelle des Beines, erkannte er, dass sie in einem rot erstrahlte, dass nur eine Aussage haben konnte.

    Der Bruch lag offen. Er hatte den abgeknickten Knochen nicht durch die Haut gefühlt, sondern war direkt über den Knochen gestrichen, der aus einer aufklaffenden Wunde an seinem Bein herausschielte. Er wusste nicht warum, doch sein erster Gedanke galt seiner verpassten Tetanusimpfung zwei Monate zuvor. Er hatte den Termin abgesagt und seitdem versäumt einen neuen Termin auszumachen. Er sah auch nicht die Dringlichkeit darin, die ihm nun wie ein ungebremster Güterzug mitten in die Augen fuhr. Er hatte sich gesagt, bei einem Unfall wäre eine Spritze das erste, was er bekommen würde. Doch wie sollte er eine Spritze erhalten, wenn niemand in seiner Nähe war, der ihm diese verabreichen könnte?

    Während er noch über die Kanüle der abgesagten Impfung philosophierte, wurde ihm mehr denn je bewusst, wie viel Blut sich im menschlichen Körper befindet. Der gesamte Boden unter ihm war mit der roten Flüssigkeit überzogen und ein regelrechter See hatte sich gebildet. Während der Stoff seiner Kleidung das Nass aufsog wie der Boden der Wüste in der Zeit der Dürre, hätte ihm eigentlich schwarz vor Augen werden müssen. Der Schmerz war gewaltig, das stimmt, doch er hatte nicht die Folgen, die spätestens der hohe Blutverlust hätte haben müssen. Doch selbst jetzt, wo Liter um Liter aus seinem Körper wichen, wurde er eher zunehmend klarer im Kopf, denn ohnmächtig. Wie viel mag er bereits verloren haben? Drei Liter... Vier Liter... Wohl eher noch mehr.

    Er hatte keine Ahnung, wo er sich befand, geschweige denn, wie er dorthin gelangen konnte. Er lag hier, mit einem gebrochenen Bein und nahezu blutleerem Körper und doch fühlte er, tief in jenem Teil seiner selbst, den man wohl als Seele bezeichnen könnte, dass er nicht sterben würde. Nun ja, ganz stimmt dies nicht, denn sein Gefühl sagte ihm, dass er bereits gestorben war und sein bisheriges Leben hinter sich gelassen hatte. Doch dann kam der interessante Teil, denn er war sich sicher gerade, in diesen Momenten des Schmerzes, wiedergeboren zu werden. Wie, als wolle der physische teil seines Körpers diese Gedanken unterschreiben, oder hätte nur darauf gewartet, dass seine Seele diesen Geistesblitz erlangt, begann die Genesung. Es war ganz sicher kein schmerzloser Heilungsprozess, eher im Gegenteil...

    Er konnte spüren, wie sich sein Knochen erst an die richtige Stelle zurückschob, von einem lauten Barsten einiger Knochenfragmente akustisch untermalt, und dann die einzelnen Bruchstücke zu einem Ganzen verwoben wurden. Seine Haut war kreideweiss, doch er fühlte sich niemals zuvor so lebendig. In jenem Moment, wo er spüren konnte, wie seine Augen tränten und sich seine Pupillen stark weiteten, riss ihm ein dumpfer Knall aus seiner Meditation und vor ihm fiel die Mauer in sich zusammen. Ein Mann in den Mittdreissigern stürmte herein, richtete eine Armbsut auf ihn und sah ihn mit gespaltenen Gefühlen an.

    "Es tut mir leid Sam, doch ich muss es tun."

    Mit diesen Worten visierte der Eindringling sein Herz an und schoss den dicken Holzpfahl mitten in seine Brust. Er wurde in eine schwarze Wolke aus zerreissendem Schmerz gebettet, ehe sein Körper von einem Augenblick auf den nächsten aus jeder einzelnen Pore Flammen schlug. Er wusste, dieses Mal war er endgültig gestorben.

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